:: Weiße Rose

Die Weisse Rose wurde zu dem Symbol einer Widerstandsgruppe junger Deutscher im Dritten Reich. Sie traten für die Werte ein, die ihnen heilig waren: Freiheit, Nächstenliebe, Vernunft, Freude am Dasein, Glaube an Gott und freies Denken.
Ihr Kern bestand aus den 21-25 jährigen Studenten Hans und Sophie Scholl, Alexander Schmorell, Willi Graf und Christoph Probst.
Im Juni 1942 verfassten die Mitglieder der Weissen Rose Flugblätter, die zum passiven Widerstand gegen den Krieg und gegen die geistige Unterdrückung durch die Nationalsozialisten aufriefen.
Am 18 Februar 1943 wurden die Aktionen der Weissen Rose aufgedeckt und die Mitglieder Hans Scholl, Sophie Scholl und Christoph Probst zum Tode verurteilt. Willi Graf und Alexander Schmorell im April 1943.
 Im Namen des Deutschen Volkes

Das Urteil, das am 22. Februar 1943 gefällt wurde, hatte den folgenden Wortlaut:
Im Namen des Deutschen Volkes
In der Strafsache gegen Hans Scholl, Sophie Scholl und Hans Probst, zur Zeit in dieser Sache in gerichtlicher Untersuchungshaft, wegen Landesverräterischer Feindbegünstigung, Vorbereitung zum Hochverrat, Wehrkraftzersetzung hat der Volksgerichtshof folgendes Urteil gefällt:
Die Angeklagten haben im Krieg in Flugblättern zur Sabotage der Rüstung, zum Sturz der nationalsozialistischen Lebensformen in unserem Volk aufgerufen, defaitistische Gedanken propagiert und den Führer bis aufs gemeinste beschimpft und dadurch den Feind des Reiches begünstigt und unsere Wehrkraft zersetzt.
Sie werden deshalb mit dem Tode bestraft
Ihre Bürgerrechte haben Sie auf immer verwirkt.
Dr. Freisler (Präsident des Volksgerichtshofs)
Stier (Landgerichtsdirektor) 22. Februar 1943
 "Es lebe die Freiheit"

Dr. Freisler war auch unter dem Beinamen "Der Henker" bekannt, er leitete den Schauprozess, der den Tod für die Mitglieder der Weißen Rose bedeutete.
Nach dem Prozess wurden die Drei in das große Vollstreckungsgefängnis München-Stadelheim überführt. Dort durften Sophie und Hans ein letztes mal ihre Eltern sehen. Hans Probst wurde es verwehrt seine Frau zu sehen. Er hat sein vor kurzem geborenes Kind noch nie gesehen.
Hans, der ihnen zuerst zugeführt wurde, trug Sträflingskleidung. Er dankte seinen Eltern für die Jahre die er mit ihnen verbringen durfte. Er bat sie auch, Grüße an all seine Freunde zu überbringen. Als er das gesagt hatte, hatte er Schwierigkeiten seine Tränen zurück zu halten. Er wendete sich ab. Der Vater schloss ihn mit den Worten in die Arme: "Ihr werdet in die Geschichte eingehen, es gibt noch eine Gerechtigkeit." Dann wurde Hans weggebracht. Sophie trug ihr eigenes Kleid, lächelte die ganze Zeit und nahm gern die Süßigkeiten, die Hans abgelehnt hatte. Ihr größter Kummer war gewesen, ob die Mutter den Tod gleich zweier Kinder ertragen würde. Als sie jetzt ihre Mutter so tapfer sah, beruhigte sie sich. "Nun wirst du gar nie mehr zur Türe hinein kommen." sagte die Mutter. "Ach die paar Jährchen, Mutter", antwortete Sophie. Das letzte von beiden Seiten war: "Gelt, Sophie, Jesus" "Ja, aber du auch."
Die Todesstrafen wurden noch am selben Tag vollstreckt. Als erste wurde Sophie hingerichtet. Sie starb ruhig, ohne mit der Wimper zu zucken. Danach wurde Hans Probst dem Tode übergeben.
"Es lebe die Freiheit" waren die letzten Worte, die laut durch die Gefängnismauern schallten, bevor Hans Scholl sein Haupt auf den Block legte und als letzter hingerichtet wurde…
Am Tage ihrer Beerdigung konnte man mehrfach "Ihr Geist lebt weiter" an den Münchener Hauswänden lesen.



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